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abich, awich : verkehrt, falsch; übel; unangenehm; ... [abich, awich]


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abich, awich

verkehrt, falsch; übel; unangenehm; links; störrisch; ungelenk

Referenz von abich, awich




Art des Wortes: Adjektiv

Tags: Osttirol u.a. veraltend

Erstellt von: Koschutnig am Aug.2016

Links: Bairisches Wörterbuch : abich, awich - Referenz von abich, awich



  


Bekanntheit

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awich - verkehrt, falsch: da awiche Weg; jemandem ane auf die awiche Seiten geben: jemandem auf das Gesäß schlagen.
Quelle: Robert Sedlaczek, Wörterbuch des Wienerischen (2013)
„awich" leitet sich von dem althochdeutschen 'abuh' ab, das 'verkehrt' bedeutet hat Man kann auf einen awichen Weg geraten, man kann einen Strumpf auf der awichen Seite anziehen
Quelle: May Mayr, Wiener Redensarten (1929)
awich, gawich, Adj., sehr alte Ableitung von der Vorsilbe ab-: mhd. æbech (=verkehrt); ahd. apuh (= rückseitig, links, übel):
1. verkehrt: die awiche Seitn eines Stoffes (=die Rückseite)
2. links: awich und krecht (=links und rechts)
3. (Osttirol) störrisch, unangenehm.
Quelle: Hans Moser, Radio Tirol-Wörterbuch der Tiroler Mundarten (2013)
1832::

Abi, abig, awich, Bw. — verkehrt, unpassend, schief, unrecht, umgekehrt. Den Rock in a b i, oder auf der a w i c h e n Seite anhaben. Eine a b i g e Antwort.
Quelle: Franz Tschischka, Bemerkungen über die Mundart des Volkes im Lande Oesterreich unter der Enns, in Beiträge zur Landeskunde Österreich's unter der Enns, 2. Bd. (1832)
1861 zitiert Hugo Mareta im Jahresbericht 1861 des Schottengymnasiums - in eigener Orthographie - Verwendungsbeispiele für abich von
Franz Stelzhamer („Lieder in obderennsischer Mundart“, 2. Aufl. 1844),
J.B. Moser ( „Das Wiener Volksleben in komischen Scenen“, Neue Folge 3,1845),
Castelli ( „Gedichte in niederösterreichischer Mundart“, 3. Aufl. 1852),
Franz Carl Gewey ( „Briefe des neu angekommenen Eipeldauers“, 1814-1819) und
Joseph Kartsch ( „Feldbleameln, 2. Busch’n“, 1847):
Abich, awi', adj. [...] verkehrt, umgedreht. D'abichi Seit'n, die der rechten entgegengesetzte Seite. (Schmeller I,11,) [..]
Håt mar oans g'steckt mit da abichen Hånd. (Stelzh. L. 101).
Er knotzt auf der abichen Seit'n. (Mos. N. F. 3, 45).
Er håt den Bårt (des Schlüssels) eahm draht auf d'abichi Seit'. (Cast. 289).
Sie håb'n sich gånz auf der abich'n Seit'n einerdraht. (n. Eip.)
Treib'n sie's anmåhl z' bunt, so wird eahne an' abichi (eine Ohrfeige mit der umgekehrten Hand) vagunnt (Kartsch 2, 116)
Quelle: Hugo Mareta, „Proben eines Wörterbuches der österreichischen Volkssprache“, im Jahresbericht des kais. kön. Ober-Gymnasiums zu den Schotten in Wien (1861)

von Koschutnig am Aug.2016

 


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Als Bairisch fasst man einen Dialektverbund nichtstandardisierter Varietäten im Südosten des oberdeutschen Sprachgebietes zusammen, die zum deutschen Sprachraum gezählt werden. Die bairischen Mundarten werden im Osten des oberdeutschen Sprachraums gesprochen – man bezeichnet sie daher auch als Ostoberdeutsch.

Innerhalb des Bairischen wird zwischen Nordbairisch, Mittelbairisch und Südbairisch unterschieden.

Der bairische Sprachraum umfasst im Freistaat Bayern die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz, das Staatsgebiet Österreichs mit Ausnahme Vorarlbergs, ferner Südtirol, die zimbrischen und karnischen Sprachinseln in Oberitalien und das südliche Vogtland im Freistaat Sachsen.

In der Sprachwissenschaft wird die Schreibweise Bairisch verwendet und bairisches Sprachgebiet. Im Unterschied dazu bezeichnet das Wort Bayerisch keine Sprachdialekte, sondern bezieht sich ausschließlich auf ein politisches Territorium, den Freistaat Bayern. Die unterschiedlichen Schreibweisen wurden eingeführt, weil einerseits in Bayern außer den bairischen (in Altbayern) auch fränkische und schwäbisch-alemannische Dialekte gesprochen werden, andererseits die bairischen Dialekte sich nicht auf Bayern beschränken, sondern auch in Österreich, Südtirol und in einigen isolierten Sprachinseln der oberitalienischen Provinz Trentino sowie der Ostschweiz gesprochen werden.

Das Bairische verbreitete sich im Zuge von Wanderungsbewegungen der Menschen über das heutige Südbayern östlich des Lechs hinaus und im Laufe des Mittelalters über das heutige Österreich östlich des Arlbergs, Südtirols und einigen Gebieten in Westungarn (heutiges Burgenland), Italiens, sowie Teile des heutigen Sloweniens und Tschechiens. In dieser Zeit vermischten sich auch Teile des Bairischen (im heutigen Süd- und Ostösterreich) mit slawischen und rätoromanischen Sprachelementen. Anschaulich wird dies bei bestimmten Ortsnamen und in einigen Dialektausdrücken.

Mit mehr als 13 Millionen Sprechern bildet das Bairische das größte zusammenhängende Dialektgebiet im deutschen Sprachraum. [Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Dialekte]